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Wasser für Wien:
Eine kurze Geschichte der städtischen Wasserversorgung

Wasserhand 

Nichts ist für uns so selbstverständlich wie morgens den Wasserhahn aufzudrehen, zu duschen, die Toilette zu benutzen und immer frisches Wasser zum Trinken und Kochen zur Verfügung zu haben. Bei uns sprudelt darüber hinaus sogar bestes Quellwasser aus den Leitungen ins Glas. Ein Glück, das nur in wenigen Teilen der Welt selbstverständlich ist – und auch bei uns in vergangenen Zeiten nicht immer Standard war.

 

Eine Großstadt hat großen Durst

Wien verbraucht täglich rund 370 Millionen Liter Trinkwasser, das von weit her kommt, um im 3.000 Kilometer langen städtischen Rohrnetz ca. 102.000 Häuser zu versorgen. Damit sich jeder Wiener waschen und am Wasser laben kann, ist eine unglaublich komplexe Infrastruktur notwendig: Wasserschutzgebiete, Quellfassungen, Aquädukte, Pumpwerke, Hochspeicher und Wasserbehälter und und und. Herausragend ist dabei die Qualität des Wiener Wassers, das im Normalfall zu 100 % aus reinem Quellwasser besteht. Aber das war nicht immer so.

 

Römerzeit und Mittelalter

Die Römer brachten den Wienern nicht nur den Wein, sondern auch das Quellwasser. Und so wurde Vindobona schon  früh mit Wasser aus Perchtoldsdorf und Gumpoldskirchen versorgt. Der für die damalige Zeit hohe Versorgungsstandard erlebte im Mittelalter einen herben Rückschlag. Bis ins 18. Jahrhundert hinein standen den Wienern überwiegend nur kleine Hausbrunnen zur Verfügung. Neben der Wasserknappheit kam es durch verunreinigtes Brunnenwasser immer wieder zu schweren Krankheiten und Ausbrüchen von Seuchen und Epidemien. Bis die ersten kleineren Wasserleitungen gebaut wurden, verkauften sogenannte Wassermänner und Wasserweiber den Menschen in der Stadt Wasser aus Fässern. Als um 1850 viele Vororte eingemeindet wurden, musste die nun entstehende Großstadt erstmals dringend im großen Stile mit Wasser versorgt werden.

 

Die 1. und 2. Hochquellenleitung

Mit der Eröffnung der 1. Wiener Hochquellenleitung war 1873 ein wichtiger Schritt zur Vollversorgung getan. Über vorerst 90 Kilometer floss das Wasser von der Rax und vom Schneeberg an Neukirchen, Baden und Mödling vorbei nach Wien. Noch heute sind die beeindruckenden, weit sichtbaren Ziegel-Bogen-Viadukte in Verwendung. Das Wasser wurde in Hochspeichern im Süden von Wien gelagert – und von dort aus in die Leitungen eingespeist. Schon 1888 waren 90 % aller Häuser an die Wasserleitung angeschlossen. In der folgenden Zeit wurden immer mehr Quellen erschlossen, doch schließlich konnte auch die Hochquellenleitung den Wasserbedarf der immer größer werdenden Stadt nicht mehr decken. Eine zweite Hochquellenleitung löschte den Durst der Stadt ab 1910. Aus dem Hochschwab- und Wildalpengebiet führte sie über 180 Kilometer vorbei an Lunz, Scheibbs und St. Pölten in den Westen von Wien. Die nun gesicherte Frischwasserversorgung hatte großen Einfluss auf die Gesundheit der Stadtbewohner – ebenso konnten Brause- und Volksbäder errichtet werden. Auch heute noch bezieht Wien sein Wasser aus den historischen Gebieten der Voralpen – allerdings wurden viele Quellen zusätzlich erschlossen. Das Netz der beiden Hochquellenleitungen umfasst heute rund 300 Kilometer und bei Bedarf kann eine 2006 errichtete dritte Wasserleitung, die Wasser aus dem Burgenland nach Wien transportiert, zugeschaltet werden.

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