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Hochrad

Die Geschichte des Fahrradfahrens in Wien

In Wien war die Begeisterung fürs Fahrradfahren vorerst verhalten – speziell den Behörden war dieser „gefährliche Trend” sehr suspekt. Aber die Radbegeisterung hat sich langsam durchgesetzt und erlebt nach einem Durchhänger in der Mitte des 20. Jahrhunderts wieder eine Blütezeit. Schwingen wir uns auf – zu einer kurzen Geschichte der Wiener Radkultur!

Radfahren hat in Wien eine rund 140-jährige Tradition. Zwar wurden schon 1818 von der Firma Burg & Sohn in der Favoritenstraße 38 Laufräder aus Holz verkauft und später auch Pedalräder im 1. und 3. Bezirk – doch so richtig nahm der Trend erst Fahrt auf, als um 1880 die Hochradbegeisterung von England kommend auch unsere Stadt erfasste. Neben dem
„Bicycle“, wie das Hochrad genannt wurde, waren aber auch Niederräder und sogar Dreiräder unterwegs.

 

Skeptische Stadtverwaltung, strenge Gesetze

Von offizieller Seite wurde das Rad nicht gefördert – ganz im Gegenteil: die Stadtverwaltung stand ihm ablehnend und misstrauisch gegenüber. Zu Beginn war Fahrradfahren überhaupt verboten, da man in der geräuscharmen Fortbewegung eine Gefahr für Fußgeher und Fuhrwerke sehen wollte. Gerade auf ein paar Wegen in den äußeren Bezirken und im Prater wurde nach und nach das Fahrverbot aufgehoben. In der ersten Fahrradordnung wurde 1885 festgelegt, dass zuerst eine Fahrprüfung abzulegen und ein Nummernschild zu montieren ist – und mindestens 20 Meter Abstand zu anderen Radlern gehalten werden muss. Neben dem Fahren auf allen wichtigen Straßen war also auch das Nebeneinanderfahren strikt untersagt. Zur weiteren Sicherheit für Passanten mussten Trillerpfeifen mitgeführt und verwendet werden. Erst 1897 wurden die Fahrverbote aufgehoben und das Fahrrad zu einem vollwertigen Verkehrsmittel geadelt.

 

Radrennen und Vereinswesen

Trotz der anfänglichen Skepsis fand das erste Radrennen – vom „Wiener Vélocipède-Club“ veranstaltet – 1870 im Prater statt. Kurze Zeit später hatte Wien schon acht Fahrradvereine und die erste Vereinsmeisterschaft wurde auf der Lassallestraße ausgetragen. Der „Währinger Bicycle Club“ errichtete eine Übungsbahn nahe dem Türkenschanzpark und eröffnete später die erste echte Radrennbahn bei der Antonigasse in Michelbeuern.

 

Fahrrad als urbanes Verkehrsmittel

Langsam erkannte man, dass das Fahrrad auch als innerstädtisches Verkehrsmittel zu gebrauchen und für Berufsgruppen wie Briefträger, Ärzte und Polizisten durchaus praktisch war. Dennoch verschwand ab der Mitte des 20. Jahrhunderts das Fahrrad mit den beiden Weltkriegen und dem Siegeszug des Autos komplett aus dem Wiener Stadtbild und erlebte erst in den 1980ern eine Renaissance. Heute ist Wien wieder zu einer Fahrradstadt geworden. Im Stadtgebiet befinden sich 40.000 Fahrradabstellplätze, 1.500 Citybikes stehen zur Entlehnung bereit, täglich werden 7 % aller Wege mit dem Rad absolviert und das Radwegnetz umfasst mittlerweile 1.317 Kilometer. Auch befinden 79 % der täglich radelnden Bevölkerung, dass das Radfahren in Wien angenehmer und sicherer geworden ist – und tatsächlich sinkt Jahr für Jahr die Zahl der verletzten Radfahrer trotz steigender Beliebtheit von Rädern, E-Bikes und Lastenfahrrädern in der Stadt.

 

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