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Die Nachbarschaft gemeinsam gestalten

Wenn Sie den Wunsch hegen, sich aktiver in der eigenen Nachbarschaft einzubringen, jedoch nicht so recht wissen wie, können Sie sich an die Stadtteilarbeit der Caritas Wien wenden. Hier können Sie sich an bestehenden Projekten beteiligen und sich Inspiration sowie Unterstützung bei der Umsetzung eigener Initiativen holen. Was die Stadtteilarbeit genau macht und wie Sie zu einer lebendigen und inklusiven Nachbarschaft beitragen können, erklärt die Leiterin der Stadtteilarbeit Katharina Kirsch-Soriano da Silva im Interview.

Was macht die Caritas Stadtteilarbeit?
Die Stadtteilarbeit ist ein junges und innovatives Arbeitsfeld in der Caritas Wien. Wir setzen vielfältige Projekte in Stadtteilen und Gemeinden um. Gerade in Wien werden aktuell viele neue Wohnquartiere errichtet – in Kooperation mit Wohnbauträgern, wie etwa der Gesiba, bieten wir Besiedelungsbegleitung oder Quartiersmanagement an und begleiten die neu zuziehenden Bewohner*innen beim Einleben im neuen Wohnumfeld und dem Aufbau lebendiger Nachbarschaften. Im Auftrag der Stadt Wien sind wir zudem im Stadtteilmanagement in der Seestadt, sowie in der Gebietsbetreuung in Floridsdorf und Donaustadt tätig. Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit sind Gesundheitsförderung, Klima und Nachhaltigkeit sowie Migration und Diversität.

Welche Wirkung hat diese Arbeit auf die Bewohner*innen des Stadtteils?
Unsere Arbeit stärkt Nachbarschaft und soziale Netzwerke. Im Rahmen unseres Projekts „Community Cooking“ laden wir beispielsweise zu offenen interkulturellen Kochrunden ein und verknüpfen Wissensvermittlung zu gesunder Ernährung mit sozialen Begegnungen. Für Menschen vielfältiger Herkunft ist unsere Gemeinschaftsküche in der Brotfabrik in Wien Favoriten so zu einem Ort geworden, wo sie Menschen kennengelernt und neue Kontakte geknüpft haben und wo sie gerne wiederkommen, um diese Kontakte zu pflegen. Neben Gesundheit und Wohlbefinden wird so auch soziale Inklusion gefördert. In Wohnquartieren moderieren wir zudem häufig Formate des Kennenlernens und der Partizipation wie beispielsweise Bewohner*innenforen oder auch die Mitgestaltung von Freiflächen, Gartenbeeten und Gemeinschaftsräumen und ermöglichen so Engagement und Mitsprache im eigenen Wohnumfeld.


Community Cooking, (c) Verena Melga

Mit welchen Projektideen haben sich Bewohner*innen bei Ihnen gemeldet und wie haben Sie diese in ihrem Vorhaben unterstützen können?
In vielen unserer Projekte gibt es die Möglichkeit, sich mit eigenen Ideen an uns zu wenden und selbst Initiativen in der eigenen Nachbarschaft zu starten. Wir helfen dann beim Weg von der Idee zur Umsetzung, geben hilfreiche Tipps für etwaige Genehmigungen und Förderungen und unterstützen häufig bei der Organisation und Bewerbung von Aktivitäten und Veranstaltungen. Beispiele für umgesetzte Initiativen von Bewohner*innen sind ein nachbarschaftlicher Maltreff, eine Theatergruppe, eine Flohmarkt-Initiative oder Siedlungsfeste in diversen Wohnanlagen.

Wie können Menschen, die sich für Ihre Arbeit interessieren, an bestehenden Projekten teilnehmen oder gar eigene Ideen für weitere Initiativen einbringen?
Informationen zu unseren aktuellen Projekten sowie Kontaktmöglichkeiten finden sich auf unserer Website www.caritas-wien.at/stadtteilarbeit. Es gibt einerseits die Möglichkeit, als freiwillige Mitarbeiter*innen unsere Projekte „Community Cooking“ und „Grätzeleltern“ zu unterstützen. Andererseits werden Bewohner*innen, die in den Wohnanlagen, Stadtteilen oder Gemeinden leben, in denen wir aktuell Projekte umsetzen, explizit dazu eingeladen, sich zu involvieren, an Aktivitäten teilzunehmen und selbst Ideen einzubringen. Beispiele dafür sind u.a. das Nachbarschaftsbudget in der Seestadt, wo Ideen für Nachbarschaftsaktivitäten sogar finanziell mit einem kleinen Beitrag unterstützt werden können, oder das im Kretaviertel (Favoriten/Wien) und in Pottschach (Ternitz/Niederösterreich) stattfindende Projekt „Geschichten und Talente der Vielfalt“, wo ausgehend von Interessen und Talenten gemeinsame gesundheitsfördernde Initiativen gestartet werden.


Bewohner*Innenforum in der Wohnanlage Oase 22, (c) Caritas Stadtteilarbeit

Was kann jede und jeder Einzelne in ihrem/seinem Alltag tun, um einen Beitrag zu mehr sozialer Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit zu leisten?
Es liegt an jeder und jedem einzelnen, im eigenen Umfeld Toleranz zu zeigen, rücksichtsvoll und solidarisch sein und bei Bedarf andere Menschen zu unterstützen. Gerade die vergangenen Monate im Kontext der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass sich viele Menschen in ihrer Nachbarschaft engagiert und anderen Menschen Hilfe angeboten haben. Oft können dies kleine und alltägliche Dinge sein – wie die Unterstützung bei Besorgungen, das Ausleihen von Werkzeugen oder das Bilden von Fahrgemeinschaften. Als Caritas regen wir dazu an, aufmerksam zu sein, und überall dort, wo Ungerechtigkeit sichtbar wird, nicht wegzusehen, sondern zu handeln und sich insbesondere auch für schwächere Mitmenschen, seien es Kinder oder ältere Menschen, zugewanderte Menschen oder armutsbetroffene Menschen, zu engagieren und diese zu unterstützen. So kann auch auf der Ebene unseres Alltags, wie dies beispielsweise Nachbarschaften sind, ein Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit geleistet werden.


Urban Gardening in der Wohnanlage Oase 22, (c) Caritas Stadtteilarbeit

 

Katharina Kirsch-Soriano da Silva ist Leiterin der Stadtteilarbeit der Caritas Wien und Lektorin an der FH Campus Wien. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind soziales Wohnen, soziale und nachhaltige Quartiersentwicklung, Empowerment und Partizipation, Gesundheitsförderung im nachbarschaftlichen Setting, sowie Migration und Diversität.
Kontakt:
katharina.kirsch@nullcaritas-wien.at

 

Fotos: luxundlumen/Marlene Fröhlich (Beitragsbild), Luiza Puiu (Porträtfoto)

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