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Das beste Haus am Karlsplatz

Das Wien Museum am Karlsplatz fiel schon in der Vergangenheit durch spannende Ausstellungen und eine mutige Positionierung auf. Jetzt wird es komplett erneuert. Gespräch mit dem Direktor, der noch viel vor hat.

Wenn Matti Bunzl über „sein“ Museum spricht, merkt man, dass der Mann viel Energie und jede Menge Freude an seinem Job hat. Er ist seit 2015 Direktor des Wien Museums und in der glücklichen Situation, quasi mit Amtsantritt genau in die Phase der völligen Neuaufstellung des Hauses gekommen zu sein. „Das ist eine sehr positive Konstellation. Sie war aber nicht entscheidend dafür, dass ich dieses tolle Haus übernommen habe“, sagt Bunzl im Telefoninterview. Seine Freude und Leidenschaft ist trotz physischer Distanz in jeder Minute spürbar: „Unsere Planungen sind voll auf Schiene. Und wir haben noch viel vor bis zur Eröffnung 2023.“

Das alte Haerdtl-Gebäude am Karlsplatz aus dem Jahr 1959 war zu klein geworden. 2013 wurde beschlossen, das Museum baulich an die Erfordernisse der Zeit anzupassen. Der Architekturwettbewerb brachte mit Certov, Winkler und Ruck (Graz/Klagenfurt) einen klaren Siegerentwurf, der nun umgesetzt wird. Heller, offener und größer wird das neue Haus. Teile des ursprünglichen Baus bleiben erhalten. Er wird entkernt und erweitert. Ein zusätzliches Stockwerk und ein Anbau schaffen mehr Platz für Ausstellungen und Begegnungen.

„Wir wollen erreichen, dass noch mehr Menschen sagen: ‚Das ist UNSER Museum!‘ Unser Selbstverständnis als offenes Haus wird in Zukunft noch sicht- und spürbarer“, meint Matti Bunzl. Museen waren früher ästhetische Tempel für Oberschicht und Wissenschafter_innen. Heute sind Offenheit und Demokratie fixe Parameter der Museumslandschaft. Matti Bunzl präzisiert seine Vorstellungen: „Unser Ziel ist es, noch mehr verschiedene Gruppen zu uns zu bringen. Wir müssen Wege finden, die Leute zu animieren, dass sie das Wien Museum als echten Fixpunkt ihres städtischen Lebens sehen.“

Und er nennt ganz konkrete bauliche Merkmale, die dieses Anliegen unterstützen können: „Früher waren vor dem Museum einige Treppen. Nicht viele, vielleicht 5 oder 6. Aber diese wenigen Treppen hatten zwei Effekte: Einerseits hat sich das Haus über den Rest des Platzes erhoben und war erhöht. Und andererseits mussten Menschen, die auf barrierefreie Zugänge angewiesen sind, Umwege in Kauf nehmen, um hineinzukommen. Beim neuen Wien Museum wurde diese Stelle anders gelöst und der Platz mit dem Haus auf ein Niveau gebracht. Dieses Detail hat mich schon beim ersten Drüberschauen begeistert.“

Neben dem Haupthaus verfügt das Wien Museum über insgesamt nicht weniger als 20 Dependancen in ganz Wien. Die Hermesvilla zählt ebenso dazu wie die Mozartwohnung, das Pratermuseum oder die Otto Wagner
Pavillions Karlsplatz und Hietzing.

Dazu kommt seit diesem Jahr eine sehr enge Kooperation mit den 23 Wiener Bezirksmuseen, auf die sich Matti Bunzl sehr freut: „Wir wollen diese weltweit einmalige Einrichtung der Bezirksmuseen mit musealer Expertise unterstützen und dafür vom unglaublichen Erfahrungs- und Sammlungsschatz, den es dort gibt, profitieren.“ Im Rahmen eines sogenannten Curatorial-Fellowship-Modells werden junge Kurator_innen für und mit den Bezirksmuseen arbeiten und die dortigen Exponate im Rahmen von Veranstaltungen und Ausstellungen optimal zur Geltung bringen. Dass man als Museum auch bei aktuellen Ereignissen schnell und relevant sein kann, beweist das Wien Museum mit seiner Corona-Sammlung. Nach dem Aufruf, die prägende Krise mit Fotos und Objekten zu dokumentieren, wurden bereits 2.000 Bilder übermittelt. „Wir waren vom Erfolg der Aktion wirklich überwältigt“, freut sich Direktor Matti Bunzl.

Ein Indiz dafür, dass die Wiener_innen ihr Wien Museum in schwierigen Zeiten ganz besonders unterstützen und sich aktiv einbringen, wenn es gefragt ist. Beste Voraussetzungen für eine blühende Zukunft des neuen Hauses am Karlsplatz.

Hier noch ein kleiner Einblick in die aktuelle Richard-Neutra-Ausstellung im Wien Museum MUSA:

Wien Museum MUSA
A: Felderstraße 6-8, 1010 Wien
T: +43 (0)1 4000 85169

Hermesvilla
A: Lainzer Tiergarten, 1130 Wien
T: +43 (0)1 804 13 24
F: +43 (0)1 804 13 24

Mozartwohnung
A: Domgasse 5, 1010 Wien
T: +43 (0)1 512 17 91 (Mozarthaus Vienna)
T: +43 (0)1 505 87 47 0

Öffnungszeiten
Wien Museum MUSA, Hermesvilla: Di bis So und Feiertag: 10.00 bis 18.00 Uhr
Mozartwohnung: Täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr

 

Foto: Certov, Winkler + Ruck Architekten

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