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 stadtwildnis_gaudenzdorf

Was der Süden Wiens zu bieten hat – eine Erkundungstour per Rad!

Ausgehend vom neuen Hauptbahnhof und dem umliegenden Areal fahren wir durch Meidling, Liesing, Simmering, Favoriten – und machen Station an sehenswürdigen Orten: Ob Stadtwildnis Gaudenzdorfer Gürtel, Marillenalm, Wotrubakirche, Großmarkt in Liesing oder Schloss Neugebäude – wir bleiben stehen, wo es uns gefällt.

Eine Radtour durch den Süden von Wien am ehemaligen Südbahnhof zu beginnen, ist sicher kein Fehler. Die Architekten des neuen Hauptbahnhofs waren so nett, einen Ausgang Richtung Süden in den 10. Bezirk zu bauen. Das eröffnet uns die Chance auf einen Blick zum neuen Stadtteil namens Sonnwendviertel mit seinem großzügigen Bildungscampus. Danach rollen wir gemütlich weiter in die Stadt hinein und erreichen über den Wienfluss-Radweg die Stadtwildnis Gaudenzdorfergürtel. Vom Autoverkehr des Gürtels umtost, wird hier seit einiger Zeit eine ehemalige “Gstätten” zu einer Naturwiese mit großer Pflanzen-, und Insektenvielfalt umgewandelt. Nähert man sich in der U6 von der Gumpendorferstraße der Station Längenfeldgasse, kann man von oben das Areal perfekt überblicken – dabei bietet die Hauptfeuerwache Mariahilf einen sehenswerten Kontrast.

 

Von der Marillenalm mit der Rodel ins Wiental

Unser nächstes Ziel ist die Wohnhausanlage “Am Tivoli”, eine von der Gemeinde Wien 1928 fertiggestellte Gartenstadt mit villenartigen Häusern und großzügigen Grünflächen. Doch bevor wir den Tivoli, ein ehemaliges Ausflugs- und Vergnügungszentrum erreichen, muss zuerst noch die erste Bergetappe absolviert werden. In der Schwenkgasse im 12. Bezirk geht es nicht nur mit dem Fahrrad hinauf – sondern im Winter auch mit der Rodel runter. Denn vom 1.12. bis zum 31.3. wird hier der Schnee nicht geräumt, stattdessen die Straße gesperrt und zur Rodelstrecke erklärt. Als wir die Rodelstrecke im Wienplan markieren, fällt unser Blick auf die ganz in der Nähe eingezeichnete Marillenalm. Ein ungewöhnlicher Name – da schauen wir hin! Doch leider gibt es im Gebiet zwischen Hohenbergstraße, Grünbergstraße und Tivoligasse keine Marillenbäume mehr – dafür aber einen fast versteckten, herrlich schattigen Kinderspielplatz.

Ein Genuss, die Rosenhügelstraße und Speisingerstraße in den 23. Bezirk nach Mauer hinunterzufahren. Da bleibt auch etwas Zeit, an den „Bockerer“, an Paula Wessely, Peter Alexander und Romy Schneider zu denken, als wir an den ehemaligen Rosenhügelstudios vorbeikommen. Gerade herrscht rege Bautätigkeit: Hier ensteht eine ganze Wohnhaussiedlung, während die Filmstadt Wien nach St. Marx übersiedelt ist.

 

152 Betonblöcke am Georgenberg

Wotrubakirche

In Mauer angekommen, ist es Mittag geworden.
Der perfekte Zeitpunkt, um bei den Heurigen Zahel am Maurer Hauptplatz oder Edelmoser und Lentz in der Maurer Lange Gasse einzukehren. Wir entscheiden uns aber für ein kleines Picknick am Georgenberg – bei der Wotrubakirche. Der Bildhauer Fritz Wotruba hat hier in den 70er Jahren 152 Betonblöcke zu einer unvergleichlichen Kirche aufgetürmt, die übrigens samstags von 14.00–20.00 und sonntags von 9.00–16.30 geöffnet ist. Vorbei an den malerischen Weinhängen von Mauer erreichen wir Rodaun. Hier statten wir dem Schloss Rodaun einen Besuch ab, dessen Bauzeit sich über viele Jahrhunderte erstreckt hat. Seit dem 12. Jahrhundert wird gebaut, erweitert, renoviert und verändert – Grund für den eigentümlichen Stilmix des Schlosses. Heute beherbergt es ein Schulzentrum – und die beneidenswerten Schüler können zwischen den Unterrichtsstunden in den barocken Alleen lustwandeln.

 

Wenig Grün am Großgrünmarkt

Entlang der Ketzergasse, der Grenze zwischen Wien und Niederösterreich, treten wir in Richtung Liesinger Hauptplatz. Von dort führt ein idyllischer, zum Teil neu angelegter Radweg den Liesing-Bach entlang. Wann man Alt Erlaa erreicht hat, bemerkt man sofort – auch ohne Orientierung und Stadtplan. Denn plötzlich ragen gigantische weiße Wohnhausblöcke zwischen den niedrigen Häusern hervor: Wir haben Glück-Land erreicht! Das Gebiet, das der Architekt Harry Glück in den 80er Jahren mit dem Wohnpark Alt Erlaa so eindrücklich und visionär geprägt hat. Es wird heiß und schwül, als wir unter der Südosttangente den Draschepark queren. Die Lust auf ein wenig Obst oder eine saftige Tomate führt uns zum Inzersdorfer Großgrünmarkt.

großgruenmarkt

Doch da wir die Marktzeiten knapp verpasst haben (Blumen: 7-9 Uhr, andere Stände: 4.30-15 Uhr), bleibt uns nur, über das riesige Marktgelände zu radeln – und uns zwischen den LKW-Zügen klein und etwas deplatziert vorzukommen. Beeindruckend und einen Besuch wert ist der größte Wiener Gemüse- und Blumenmarkt aber allemal.

 

Viel Laa: Oberlaa, Laaer Wald und Monte Laa

Immerhin hat der Kurpark Oberlaa zumindest von Mai bis August  von 9.00-22.00 geöffnet – das geht sich locker aus! Der Eingang neben der Therme Wien ist der tiefste Punkt des für die Internationale Gartenschau 1974 angelegten Kurparks. Von dort geht es durch eine unglaubliche Pflanzenvielfalt und viele exotische Gewächse auf den Laaer Berg hinauf. Der Kurpark Oberlaa ist der ideale Ort, um an den zahlreichen Seen, Liegewiesen, Spielplätzen, Schaugärten und Lokalen ganze Urlaubstage zu verbringen. Am höchsten und nordwestlichsten Punkt wurde eine ganze Schauhaus-Siedlung angelegt – von der aus man über idyllische Weinhänge ins Weichseltal hinabfährt. Entlang des Weges bieten sich phantastische Ausblicke auf die Gasometer, das Zentrale Stellwerk und den Zentralfriedhof. Ein kurzer Abstecher zum Schloss Neugebäude hinter der Feuerhalle Simmering zahlt sich aus: Das 1573 erbaute Renaissance-Schloss thront mächtig über der Kaiser-Ebersdorferstraße und ist eine beliebte Event-, Kultur- und Sommerkinolocation, die überdies für Feste und Feiern angemietet werden kann.

 

Schloss-Neugebäude-

Bevor es an den Ausgangspunkt unserer mittlerweile nicht mehr ganz so kurzen Tour zurückgeht, statten wir Monte Laa noch einen Besuch ab. Durch die Überplattung der Südosttangente nahe dem Verteilerkreis wurden hier in den letzten Jahren tausende Wohnungen mit perfekter Wohnlage und Infrastruktur errichtet.

Jetzt ist der abschüssige Weg zurück zum Zentralbahnhof nur mehr ein Kinderspiel, dort angekommen ist klar: Als neugieriger Radtourist den Süden von Wien zu erkunden, zahlt sich auf jeden Fall aus. Kultur, Natur, Entspannung und tolle Ausblicke: Wo sonst bekommt man an einem Tag in so kurzer Zeit so viel Abwechslung geboten?

 

 

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