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Saubere Aussichten: Ein Rundflug über Wien und seine Luft

Wer Stadt sagt, muss auch Luft sagen. Allzu oft leider mit dem Zusatz „schlechte“. In Wien ist das zum Glück anders. Schon seit den 1950er-Jahren gibt es hier die gute Tradition der Luftmessungen. Die Verfahren waren zu Beginn sehr aufwändig und erforderten eine Auswertung im Labor. In den 1960er-Jahren begann die Ära der automatisierten Messungen. Vor allem in den 1970er-Jahren war die Belastung der Wiener Luft durch Schadstoffe besonders hoch. Die flächendeckende Umrüstung großer Verwaltungsgebäude von Kohleheizungen auf Fernwärme, schwefelarme und -freie Treibstoffe und Heizmittel führte zu einer Verbesserung dieser Situation. Auch die Aufrüstung von Industrieanlagen, Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen mit Abgasreinigungsvorrichtungen sorgte für eine umfassende Verbesserung der Luftqualität.

Grundlage für die Umweltmusterstadt
Diese Maßnahmen der Stadt Wien zur stetigen Verbesserung der Luftqualität haben maßgeblich zur hohen Luftqualität und zum Image Wiens als Umweltmusterstadt beigetragen. Die Messwerte von Schwefeldioxid liegen heute im unteren Bereich der Messskala – den sogenannten „sauren Regen“ gibt es nicht mehr. Auch echter „Smog“ ist Vergangenheit, obwohl das Vokabel manchmal bei Inversionswetterlage für die stehenden Luftmassen verwendet wird.
Die Zukunft hat man dabei auch im Auge. Mit der „Urbanen Luft Initiative“ (ULI) soll die Luftgüte in der Region Wien dauerhaft verbessert werden. Mithilfe einer Wiener Luftstrategie werden unmittelbare Maßnahmen gegen Grenzwertüberschreitungen gesetzt, um die Qualität der Luftgüte zu erhalten und langfristig zu verbessern.


17 Messstationen sorgen für die Überwachung der Wiener Luftqualität. Dafür sind sie an repräsentativen Flächen in Wien verteilt. Wir haben die Messstelle Taborstraße besucht. (c) Stadt Wien/Bohmann 

Was flattert denn da?
Von dieser hohen Luftqualität profitieren nicht nur wir Menschen. Auch die intensivsten Nutzer des Luftraums sind an guter Qualität da oben sehr interessiert: die Vögel. Um deren Wohl kümmert sich seit 1953 der Verein BirdLife Österreich. Als international agierende Vogelschutz-Organisation werden wissenschaftlich fundierte Natur- und Vogelschutzprojekte verfolgt. Ziel ist es, die Artenvielfalt langfristig zu bewahren.
Dabei ist auch die Mithilfe der Wienerinnen und Wiener gefragt. BirdLife Österreich und Stadt Wien – Umweltschutz machen sich zum Beispiel jedes Jahr auf die Suche nach den Spatzenbrutplätzen und hoffen auf Mithilfe der Bevölkerung. Wer Spatzenbrutplätze meldet, erhält dann eine kleine Anerkennung. Die Spatzenbrutplatzkartierung ist Teil des Citizen-Science-Projektes „Auf der Suche nach Spatz und Specht im öffentlichen Raum“, das die MA 22 in Kooperation mit BirdLife Österreich durchführt. Mit den Artengruppen Spechte und Spatzen soll der Bogen von den Gebäudebrütern bis zu den Waldbewohnern gespannt und damit auf die ganze Vielfalt der Wiener Vogelwelt aufmerksam gemacht werden. Denn nur das, was man kennt, ist man auch bereit zu schützen.


Die fortschreitende Urbanisierung zeigt weltweit negative Auswirkungen auf die Vogelwelt. Jedoch gibt es auch Gewinner, die es schaffen sich an die veränderten Lebensraumbedingungen unserer Städte anzupassen. Nach einer allgemeinen Einführung zum Leben von Vögeln im Siedlungsraum werden am Beispiel von Wiener Stadtparks Veränderungen der Vogelwelt in den letzten 15 Jahren aufgezeigt. Dabei wird auf die Bedeutung von Grüninseln im urbanen Raum sowie Auswirkungen von Lichtverschmutzung eingegangen. Vortragender: Dipl.-Biol. Dr. Christian Schulze. (c) BirdLife Austria

Flotte Flieger
Machen wir einen fliegenden Wechsel zu ganz anderen Damen und Herren der Lüfte. Beim ASKÖ Flugsport Wien trifft man begeisterte Fliegerinnen und Flieger, die sich mit ihren Segel- und Motorflugzeugen in die Höhe begeben. 1954 gegründet, hat sich der Verein über die Jahrzehnte stetig weiterentwickelt und ist gewachsen. Nach Langenzersdorf ist nun Wiener Neustadt West der Heimatflughafen. Von hier aus starten die Hobbyflieger mit ihren 11 Segel- und 3 Motorflugzeugen in alle Himmelsrichtungen. Alle Flugbegeisterten können hier eine entsprechende Ausbildung machen. Voraussetzungen sind das abgeschlossene 15. Lebensjahr und eine flugärztliche Untersuchung. Dann kann es schon losgehen!
Angeboten werden auch Schnuppertage. Bis Ende Oktober ist noch Saison, und alle Interessierten können im Doppelsitzer Platz nehmen und echte Höhenluft kennenlernen. Wer dann weitermachen will, dem werden Ausbildungen im Bereich Segel- und Motorflugzeug geboten. Die Kosten variieren. Segelfliegen ist mit rund 2.000 Euro pro Ausbildung günstiger, Motorflugzeug-Piloten müssen mit etwa 8.000 Euro Ausbildungskosten rechnen. Beim ASKÖ Flugsport Wien freut man sich immer über neue Interessentinnen und Interessenten.

Ballone mit Eigenleben
Aber es gibt für Menschen noch eine andere Möglichkeit zu fliegen. Man sollte es allerdings niemals so nennen. Denn in einem Heißluftballon wird gefahren, nicht geflogen! Dieses Vergnügen wird in Wien und Umgebung von einigen Anbietern möglich gemacht. Dabei sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, was Startpunkt oder kulinarische Zusatzausstattung betrifft. Es sollte nur eine Wiese vorhanden sein, die so groß wie ein Fußballfeld ist.
Einen wichtigen Unterschied zu anderen Fahrzeugen sollte man sich vor dem Start noch verinnerlichen: Ein Heißluftballon kann nicht gesteuert werden. Um auf die Fahrtrichtung und -geschwindigkeit Einfluss zu nehmen, werden die sich in unterschiedlichen Höhen voneinander unterscheidenden Windrichtungen und -geschwindigkeiten ausgenutzt. Durch gezieltes Steigen oder Sinken können Winde so ausgenutzt werden, um sich einem gewünschten Ziel zu nähern. Durch Betätigung des Brenners wird die Luft in der Hülle erwärmt, wodurch der Ballon steigt. Durch langsames Abkühlen der Luft beginnt der Ballon wieder zu sinken. Aus diesem Grund werden organisierte Fahrten mit dem Heißluftballon auch von einem Begleitfahrzeug auf dem Boden unterstützt, das die Mutigen wieder an ihren Ausgangsort zurückbringt. Neben der Route kann auch die Dauer einer derartigen Luftfahrt nur grob geschätzt werden. Viele, die es erlebt haben, wünschten sich allerdings vor lauter Begeisterung, dass die Fahrt niemals zu Ende gehen sollte …


Aufgeben ist für ihn keine Option: Mit seinem Luftballon «Breitling Orbiter» ist Bertrand Piccard einmal ins Mittelmeer gestürzt, eine zweite Flugreise musste über China abgebrochen werden. Erst beim dritten Mal gelang die Erdumrundung und damit der Weltrekord. Auch mit seinem Flugzeug «Solar Impulse» musste er immer wieder Rückschläge einstecken, bevor die 42‘000 km um den Erdball geschafft waren. Für den Pionier der Lüfte ist klar: «Das Abenteuer ist eine Krise, die man annimmt, und eine Krise ist ein Abenteuer, das man ablehnt.» Für den ausgebildeten Psychiater ist unsere Sicht der Dinge der eigentliche Stolperstein. Barbara Bleisch im Gespräch mit einem der grössten Abenteurer unserer Zeit über die Frage, wie wir alte Denkmuster verlassen, aus Krisen Kreativität schöpfen und zu Pionieren des eigenen Lebens werden. (c) SRF Kultur

Mini-Kur in der City
Weniger spektakulär, dafür umso gesünder geht es in der Oceaneum Salzgrotte in Wien Landstraße zu. Mitten in Wien findet man hier die gleichen klimatischen Bedingungen wie in einem echten Heilstollen vor. Die passenden Salzmoleküle werden mittels eines speziellen Gerätes in die richtige Menge und Größe gebracht, damit das Salz in der Lunge seine Wirkung entfalten kann. Wichtig ist, dass sie klein genug sind, um tief genug eingeatmet werden zu können. Einen Raum mit ein paar Tonnen Salz zu befüllen reicht also nicht aus. Die „Besalzung“ muss regelmäßig und kontrolliert erfolgen. Das verschafft Menschen, die unter Asthma, Bronchitis, Allergien oder Hauterkrankungen leiden, eine gewisse Linderung. Und allen anderen einen angenehmen Kurzurlaub im City-Heilstollen.

Jedes Wetter auf Knopfdruck
Achtung, es wird jetzt wieder ein wenig kühler! In Wien gibt es einen Ort, an dem auf Knopfdruck Wind und Wetter nach Wahl herrschen. Und das hat gute Gründe. Seit Juni 1961 wurde in Wien am Gelände des ehemaligen Arsenals eine wärme- und kältetechnische Fahrzeugversuchsanlage, kurz Klimakammer, geführt. Auf den Pauker-Gründen in Floridsdorf wurde dann Ende 2002 eine neue, modernere Anlage fertiggestellt. Sie ist bis heute weltweit die einzige ihrer Art und für Wien als innovativen Technologie-Standort entsprechend wichtig.
Der Klima-Wind-Kanal Wien von Rail Tec Arsenal bietet die Möglichkeit, Wettereinf lüsse auf Fahrzeuge und Komponenten unter realistischen Betriebsbedingungen zu untersuchen. Hier kann präzise und schnell jedes Wetter der Welt erzeugt werden – von extremer Sonneneinstrahlung bis hin zu Schnee, Regen und Eis. Kombiniert mit Fahrtwind-, Last- und Fahrzyklussimulation lassen sich so vielfältige Testszenarien realisieren. Die Anlage wurde ursprünglich für Klimatests an Schienenfahrzeugen konzipiert. Mittlerweile werden aber auch viele Straßenfahrzeuge getestet, insbesondere Busse und Lkw. Diese Art von Klimatests ist notwendig, um Fahrgastkomfort, Sicherheit und Verfügbarkeit moderner Schienen- und Transportfahrzeuge in einem frühen Projektstadium nachzuweisen und in der Serie zu gewährleisten.


(c) Rail Tec Arsenal


Auch die neue U-Bahn für Wien, der neue X-Wagen, wurde im Klimawindkanal in Wien-Floridsdorf auf klimatische Extreme getestet. (c) Wiener Linien

 

Inspirationen
Für alle Vogelfreunde
Der Verein BirdLife Österreich bietet angehenden Vogelkundlern und allen Interessierten zahlreiche Chancen, ihre Leidenschaft zu vertiefen.
Infos und Veranstaltungen unter: www.birdlife.at
BirdLife Österreich
Gesellschaft für Vogelkunde
office@nullbirdlife.at

Schnuppertage Fliegen
Bis Ende Oktober finden in Wiener Neustadt jedes Wochenende Schnuppertage für Interessierte statt. Dabei wird auch eine Runde im Zweisitzer gedreht. Anmeldung unter: www.flugsport-wien.at/kontakt
ASKÖ Flugsport Wien
www.flugsport-wien.at

Salzgrotte Oceaneum
Wiens erste Salzgrotte bietet Heilstollen-Atmosphäre für einen schnellen Wellness-Kick zwischendurch. Termine können online unter www.salzgrotte.at gebucht werden. FAIRliving-Leser können hier ihre Erholungssession in der Grotte gewinnen!
Untere Viaduktgasse 6, 1030 Wien

 

Foto: Shutterstock

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