•   Der LifestyleBlog von Gesiba   •

Mit schwierigen Zeiten umgehen.
6 Fragen zur Krisenbewältigung.

Der Lockdown der letzten Wochen hat den Alltag vieler von uns tiefgreifend verändert und auf uns selbst zurückgeworfen. Gerade in solchen Krisenzeiten fällt es oft schwer zu wissen, wie mit der Situation und mit sich selbst umzugehen. Wie Sie den Fokus weg von Gefühlen von Unsicherheit, Ängsten und Einsamkeit hin zu einem liebevollen Umgang mit Ihren eigenen Bedürfnissen lenken können, erklären wir anhand von sechs Fragen.

Wofür bin ich heute dankbar?
Während es wichtig ist, schlechte Ereignisse zu analysieren und daraus zu lernen, können wir manchmal zu viel darüber nachdenken, was schiefgeht, und nicht genug darüber, was in unserem Leben richtig läuft. Nehmen Sie sich daher jeden Tag zwei Minuten Zeit, um eine Liste zu erstellen, wofür Sie dankbar sind. Sie können dafür auch ein Dankbarkeitstagebuch anlegen und das über den Tag verteilt anfüllen. Ein Dankbarkeitstagebuch zwingt uns, auf die guten Dinge im Leben zu achten, die wir sonst für selbstverständlich halten. Auf diese Weise beginnen wir, uns mehr auf die alltäglichen Quellen des Vergnügens um uns herum einzustellen – und die Tonalität unseres Lebens kann sich auf tiefgreifende Weise zum Positiven verändern. Darüber hinaus ist das Schreiben über diese Ereignisse von entscheidender Bedeutung: Untersuchungen haben ergeben, dass die Übersetzung von Gedanken in eine konkrete Sprache uns diese bewusster macht und ihre emotionale Wirkung vertieft. Neben dem Dankbarkeitstagebuch kann hier auch ein Dankbarkeitsbrief viel Freude bereiten – Ihnen und Ihren Lieben.

Bei wem melde ich mich heute?
Wie viele zu Recht umformuliert haben, brauchen wir keine soziale Distanz, sondern soziale Solidarität, während wir physische Distanz bewahren. Wählen Sie jeden Tag drei Personen aus, bei denen Sie sich melden möchten. Rufen Sie Ihre Großmutter an. FaceTimen Sie mit Ihrer Mutter. Schreiben Sie Ihren Freunden eine SMS. Klopfen Sie bei den Nachbarn an. Wenn Sie mehr zu geben haben, können Sie sich bei Nachbarschaftsportalen wie FragNebenan oder auch bei Webseiten für Freiwilligenhilfen wie der Corona Nachbarschaftshilfe, der Team Österreich Nachbarschaftshilfe oder der Caritas anmelden. Eine gute Übersicht bietet hier auch das Sozialministerium. Vielleicht wollen Sie auch eine Zeittauschbörse einrichten? Auch über Citizen-Science-Projekte können Sie neue soziale Kontakte knüpfen und gemeinsam einen Beitrag für die Wissenschaft schaffen.

Von welcher Vorstellung von „normal“ lasse ich heute los?
Die Nachrichten vermitteln vor allem eines: Wir befinden uns in einer globalen Ausnahmesituation. Die Gegenwart ist kompliziert und die Zukunft ungewiss. In all dem Chaos und der Unsicherheit ist es daher wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass Sie nicht „müssen“. Es ist in Ordnung, wenn Sie bis zum Ende des Arbeitstages nicht alle E-Mails abgearbeitet haben. Es ist in Ordnung, wenn sie nicht jede freie Minute dazu nutzen, sich durch Dinge wie Sport oder Online-Kurse selbst zu optimieren. Finden Sie heraus, was Ihnen in diesem Moment wirklich wichtig ist, und konzentrieren Sie sich darauf. Die amerikanische Science-Fiction-Schriftstellerin Octavia Butler, die über Resilienz und Anpassung in dystopischen Zeiten schrieb, sagt uns: „Die einzig bleibende Wahrheit ist Veränderung.“ Je schneller wir die Erwartungen an „normal“ loslassen, desto schneller passen wir uns an.

Wie komme ich heute an die frische Luft?
Natur, frische Luft und Sonnenschein sind gut für unser Nervensystem. Auch ein kurzer Tapetenwechsel kann bereits hilfreich sein. Lüften Sie regelmäßig ihre vier Wände. Tanken Sie kurz Sonne – auf ihrem Balkon, in Ihrem Garten oder im nächstgelegenen Park. Garteln Sie. Beobachten Sie bei einem Spaziergang, wie der Mond aufgeht. Beobachten Sie die Passanten bei einer Tasse Tee oder Kaffee in einem Schanigarten. Versuchen Sie, neue Orte in Wien kennenzulernen und beim Spazieren das Staunen wiederzuentdecken. Haben Sie zum Beispiel schon die zehn Stadtwanderwege erkundet?

Wie bewege ich meinen Körper heute?
Krisen erhöhen Angst und Unruhe. Je mehr wir uns aus unseren Köpfen in unseren Körper hineinbewegen können, desto geerdeter werden wir uns fühlen. Probieren Sie zuhause einen Online-Yoga-Kurs aus. Nehmen Sie die Stiegen anstatt den Lift. Machen Sie einen 10-minütigen Spaziergang um den Block. Entdecken Sie Wiens Sehenswürdigkeiten beim Laufen. In den Körper hinein zu fühlen geht auch ohne Sport: Massieren Sie die Spannung aus Ihrem Kiefer. Legen Sie eine Hand auf Ihr Herz und spüren Sie wie es schlägt. Versuchen Sie ein paar Atemzüge bewusst zu machen und wahrzunehmen. Auch die Präsenz- und Körperbewusstseinsübung aus dem FAIRliving-Interview mit Ingrid Sturm, der Gründerin der Schule des Theaters, kann hier besonders hilfreich sein.

Was möchte ich heute Schönes schaffen, pflegen oder willkommen heißen?
Schönheit ist ein starkes Gegenmittel gegen Verzweiflung. Die Schönheit der Welt zu erkennen und in unser Leben zu bringen, ist eine Bestätigung des Lebens, das es noch gibt und für das es sich zu kämpfen lohnt. Unsere aktuelle FAIRliving-Ausgabe zeigt, dass neben der Natur auch Museen solche Orte sind, wo wir die Schönheit erkennen können. Auch sie sind Orte, wo wir unsere Selbstwirksamkeit entdecken und lernen können, Schönes selbst zu schaffen –  wie in der online Filmvermittlungsdatenbank des Filmmuseums, die mit spielerischen Anleitungen zum Beispiel zu Lip Dub, zum Stopptrick und zu Foley anregt, selbst zu machen.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Fragen in den kommenden Wochen gut helfen. Sich täglich diese Fragen zu stellen, soll keinen zusätzlichen Stress verursachen. Es geht mehr darum, im Austausch Wege zur Bewältigung schwieriger Situationen zu finden und Aufmerksamkeit auf die individuellen Bedürfnisse zu richten. Was Sie brauchen, könnte anders sein. Welche Fragen würden Sie der Liste hinzufügen?

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