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Wedeln, Springen, Applaudieren:
Die große Geschichte des Skisports in Wien

Die Verantwortlichen des ÖSV und der Stadt Wien sind noch in Gesprächen, ob schon bald ein Weltcup-Slalom in Wien ausgetragen wird. Sicher ist hingegen, dass Wien immer schon Austragungsort für Wintersportveranstaltungen war. Ob historische Skibewerbe, Weltcup-Parallelslaloms oder Skisprungveranstaltungen  – wir schauen zurück auf die goldene Ära des Wintersports in Wien und geben Tipps, wo man bei günstiger Schneelage auch heute noch aktiv werden kann. 

 

Im Wiener Stadtgebiet ragen die höchsten Gipfel knapp über 500 Höhenmeter hinaus. Einem gstandenen Tiroler wäre so eine Dienstgipfelhöhe nicht einmal ein müdes Lächeln wert – aber die Wiener lieben ihre Berge bzw. die „Erhebungen im Wienerwald“. Dass im Sommer die Wälder, Wiesen und Wege von Wanderern, Läufern und Mountainbikern gern genutzt werden, versteht sich von selbst. Aber immer öfter ist in letzter Zeit auch vom Skisport in Wien die Rede. Diskutiert wird über eine Skipiste oberhalb von Grinzing, über ein Skisprungzentrum nahe der Hohe-Wand-Wiese, jedes Jahr bekommt Wien mehr Loipenkilometer gespurt – und der Gloriette-Hügel in Schönbrunn soll sogar für einen Weltcupslalom präpariert werden. Neue Entwicklungen? Mitnichten!
Wien hat eine lange Tradition als Wintersportort – allein die Erinnerung daran verblasst zusehends. Frischen wir sie ein wenig auf!

 

 

Vom Skifahren zum alpinen Schisport

Bereits 1891 wurden der erste Wiener Skiverein gegründet, dessen Nachfolgeverein 1895 in Pötzleinsdorf seine internen Meisterschaften austrug. Allerdings konnte man noch nicht vom Alpinen Skilauf sprechen, so wie wir ihn heute kennen. Es handelte sich eher um Ski-Mehrkämpfe mit Weit- und Sprungläufen.

Den ersten echten Alpinen Skilauf führte man 1901 auf der hinreichend steilen Hackenbergwiese im Rahmen eines Schaulaufens durch. Aber auch in Kaltenleutgeben und auf der Hohe-Wand-Wiese wurde Ski gefahren und Rennen ausgetragen.

 hohewandwiese_1

 

Legendäre Parallelslaloms mit internationaler Beteiligung

Speziell die Hohe-Wand-Wiese schrieb in den Jahrzehnten danach Wintersportgeschichte und stand mehrmals im Rampenlicht des internationalen Skigeschehens. 1966 wurde im 14. Bezirk an der Mauerbachstraße eine 400 Meter lange Piste mit Ski-Lift vom damaligen Bürgermeister Bruno Marek feierlich eröffnet.
Und schon ein Jahr später, am 21. Februar 1967, fand darauf der erste Parallelslalom der Geschichte statt. Im Finale der Damen gewann die Tschechin Anna Morawa vor der Wienerin Aglaja Schillinger. Bei den Herren gewann der Pole Andrzej Bachleda vor dem Steirer Hans Stolz. Angefeuert wurden die Stars von rund 2.500 Fans, die trotz des strömenden Regens an den Pistenrand gekommen waren.

1968 waren schon immerhin 4.000 Besucher vor Ort, als Österreicher, Schweizer und Franzosen sich in mehreren Durchgängen Richtung Mauerbach hinunterstürzten. Mario Bergamin (Schweiz) und Dietlinde Klos (Österreich) gingen als Sieger hervor. Im Jahr darauf, am 27. Jänner 1969, verfolgten 10.000 begeisterte Fans bis weit in Nacht hinein die Durchgänge und bejubelten den österreichischen Sieger Herbert Huber.

 

 

Giradelli und Stenmark in Penzing

Den letzten, dafür spektakulärsten Parallelslalom erlebte Wien auf der Hohe-Wand-Wiese am 6. Jänner 1986. Für den Weltcup-Bewerb reisten neben der gesamten Weltspitze auch Marc Giradelli und die Allzeit-Slalomgröße Ingemar Stenmark in den 14. Bezirk. Obwohl Stenmark mit seinen 86 ersten Plätzen bisher unerreicht bei Weltcupsiegen in Führung liegt, hatte er in Penzing das Nachsehen – denn Ivano Edalini entführte die Siegestrophäe nach Italien.

parallelslalom

Seit damals ist die Hohe-Wand-Wiese das bevorzugte Skigebiet der Wiener auf Wiener Boden. Heute ist die Piste mit einer modernen Beschneiungsanlage ausgestattet und erfreut Groß und Klein durch die bequem kurze Anreise und ein sehr komplettes Angebot inklusive Skihütte und Flutlichtanlage.

 

 

Auf Wien fliegen: Skispringen in der Bundeshauptstadt

Aber nicht nur der Alpine Skisport hat in Wien eine lange Tradition, sondern auch das Skispringen. Zu Tausenden pilgerten Sprungfans an die historischen Sprungplätze in Kaltenleutgeben, Hütteldorf, Grinzing, Pötzleinsdorf, Neuwaldegg und auf die Schmelz, wenn wagemutige Springer vom Bakken gingen.

Auf der Sprunganlage bei der Cobenzl veranstaltete der Arbeiterturnverein 1931 ein internationales Springen, bei dem 20.000 Zuseher Sprünge bis 38 Meter bejubelten. Nach dem zweiten Weltkrieg war eine größere Schanze in Planung, die aber nie realisiert wurde. Eine wesentlich größere Anlage in Hadersdorf ließ gar Sprünge bis 70 Meter zu.

himmelhofschanze_1

Am längsten aber hatte die Sprunganlage auf der Himmelhofwiese, hoch über Hietzing, Bestand. Sie wurde 1948 erbaut und erlebte ihr erstes Springen im Jahr darauf. Hier wurde 1953 der Lokalmatador Franz Rabensteiner aus Ober St. Veit mit 36,5 Metern zum Wiener Meister gekürt. Der kritische Punkt lag übrigens bei 45 Meter, er wurde 1978 erreicht. Kritisch für die Schanze aber wurde das Jahr 1980. Nach einem gelegten Feuer brannte die Holzkonstruktion komplett ab und die Himmelhofschanze war Geschichte – und damit auch die jahrzehntelange Skisprungtradition Wien.

himmelhofschanze_2

Aktuell gibt es wieder Bestrebungen, eine Anlage mit drei Schanzen zu errichten.
Die Springerinnen und Springer des Vereins Wiener Stadtadler würden sich darüber freuen, immerhin müssen sie derzeit Hunderte von Kilometer zurücklegen, um ihrer Leidenschaft nachzugehen.

 

Und hier können Sie Ihrer Leidenschaft in Wien nachgehen, wenn Sie Skifahren, Langlaufen und Rodeln lieben.

Skifahren in Wien:

Skianlage Hohe Wand-Wiese 14., Mauerbachstraße 174-184
Tel. 01/979 00 25 www.highhills.at

Skischule Wien Hohe Wand Wiese 14., Mauerbachstraße 172-174
Tel. 0676/424 09 71 www.schischule-wien.at

Schneeerlebniswelt Wien West 14., Mauerbachstraße 102-104
Tel. 0650/668 67 28 www.schneeerlebniswelt.at

Schneeerlebniswelt Wien Nord – Seestadt Aspern 22., Ostbahnbegleitstraße (U2 Station Aspern Nord)
Tel. 0650/668 67 28 www.schneeerlebniswelt.at

Skianlage Dollwiese 13., Ghelengasse 44 Tel. 01/4000-511 51

 

Langlaufen in Wien:

2. Bezirk – Prater Hauptallee
Start: Hauptallee/Kaiserallee
Länge: acht Kilometer, ebene Strecke

2. Bezirk – Skatingstrecke Prater
Streckenverlauf: Jesuitenwiese – Hauptallee – Belvedereallee
Länge: zehn Kilometer, ebene Strecke

10. Bezirk – Wienerberg
Start: Ecke Neilreichgasse/Sahulkastraße
Länge: 2,5 Kilometer (Rundkurs)

14. Bezirk – Steinhofgründe
Start: Erholungsgebiet Steinhof- Johann-Staud-Straße
Länge: 3,5 Kilometer (Rundkurs, mit zirka 70 Metern Höhenunterschied pro Runde)

17. Bezirk – Schwarzenbergpark
Start: Parkeingang Höhenstraße – Neuwaldegger Straße
Länge: vier Kilometer (Rundkurs, mit zirka 40 Metern Höhenunterschied)

19. Bezirk – Cobenzl
Start: Cobenzl
Länge: vier Kilometer (Rundkurs, mit einem steilen Anstieg über 300 Meter)

21. und 22. Bezirk – Donauinsel
Start: Reichsbrücke (Nord) oder Steinspornbrücke (Süden)
Länge: zehn beziehungsweise zwölf Kilometer, ebene Strecke

23. Bezirk – Pappelteich im Maurerwald
Streckenführung: Rund um den Pappelteich
Länge: 4,5 Kilometer (Rundkurs)

 

Rodeln in Wien:

Jesuitenwiese im Prater
1020 Wien
Ecke Rotundenalle/ Rustenschacherallee

Kurpark Oberlaa
Laarer Berg Straße 211
1100 Wien

Wolfersberg
Cottagesstraße
1140 Wien

Schafberg
Rodelwiese am Schafsberg
Schafberg 1170 Wien

Rodeln am Cobenzl
Am Cobenzl 961
1190 Wien

 

 

Bildnachweise:
Bilder 1 und 2: Sportamt (Magistratsabteilung 51)
Bilder 3 und 4 (Schanzenbilder): Josef Holzapfel – homedia / www.1133.at

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