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16.000 Jahre – 6 Saiten:
Ein kurzer Überblick über die lange Erfolgsgeschichte der Gitarre

Unter allen Saiteninstrumenten (Cordophonen) nimmt die Gitarre eine Sonderstellung ein. Sie ist Melodie- und Begleitinstrument zugleich und wird in fast allen Musikrichtungen eingesetzt. Und sie hat eine lange Geschichte – vom einfachen bespannten Bogen über die Arabischen Oud und die Spanische Konzertgitarre bis zur massenhaft gespielten E-Gitarre. Bringen wir uns in Stimmung und werfen wir einen kurzen Blick auf die Vorzüge der Gitarre und ihre spannende Geschichte.

 

Praktisch, günstig, vielfältig – warum die Gitarre so beliebt ist.

Etwa ein Viertel aller Österreicher spielen aktiv ein Musikinstrument. Und unter all diesen Musikern ist die Gitarre das beliebteste Instrument. 40% geben an, mehr oder weniger regelmäßig, an der Gitarre zu zupfen, 30% blasen die Blockflöte und weitere 20% hauen in die Klaviertasten. Aber was könnten die Gründe dafür sein, dass so viele Menschen sich beruflich und in ihrer Freizeit dem sechssaitigen Instrument widmen? Vermutlich auch, weil die Gitarre einfach praktisch ist: Sie ist im Vergleich zu anderen Instrumenten relativ günstig, sie ist klein und leicht und daher gut zu transportieren – und so speziell für Kinder gut geeignet. Sie lässt sich zuhause, am Lagerfeuer, im Konzertsaal spielen und ist immer mit dabei, wenns feierlich, zünftig oder gemütlich sein soll. Und dabei hat sie den Vorteil, als Begleitinstrument (z.B. zum Gesang) zu funktionieren, man kann effektvoll Akkorde schlagen oder Melodien auf den einzelnen Saiten zupfen. Geübte Gitarreros kombinieren diese zwei Techniken und sorgen mit ausgeklügelten Arrangements für Begeisterung und Applaus. Zugleich ist die Gitarre in fast allen Musikstilen zuhause: In der Klassischen Musik jeder Epoche, in Pop, Rock, Blues, Jazz, Funk, Soul, Western, Volksmusik …
Zuletzt – behaupten zumindest manche Gitarristen – ist sie einfach sehr schön und riecht besonders gut. Man möge, wird empfohlen, einmal  am Schalloch einer Konzertgitarre riechen und den würzigen Duft des Zedern-, Fichten- und Rosenholzes einatmen. Kurzum: Wer jetzt noch nicht die Lust verspürt, zur Gitarre zu greifen, dem ist nicht zu helfen – außer vielleicht mit einem kurzen Überblick über die Herkunft und Verbreitung der Gitarre.

 

Vom Monochord zur Klassischen Spanischen Gitarre

Genau genommen beginnt die Geschichte etwa 14.000 vor Christus – denn aus dieser Zeit gibt es Höhlenmalereien in Frankreich, auf denen Musiker mit einer auf einem Bogen gespannten Saite abgebildet sind. Dieses einsaitige Instrument (Monochord) war gewissermaßen die Frühform der Gitarre, weil ihm zupfend Klänge entlockt wurden. Zu den echten Ahnen (also lautenartigen Instrumenten mit mehreren Saiten) zählen die persische Tar (aus der sich der bekannte Sitar entwickelt hat) und die türkische Saz. Sie waren bis 1.500 vor Christus verbreitet, hatten einen Korpus aus Holzschindeln, über den Tierhaut als Decke gespannt war. Das erste Instrument, dessen Name richtungsweisend war, war die griechische Kithara – eine Leier, die kurz vor Christi Geburt im Zuge der Punischen Kriege auch ihren Weg bis nach Spanien fand. Genauso wie die Oud, eine Arabische Laute, die schon komplett aus Holz gefertigt war und eine birnenförmige Rückseite hatte. Die Mauren brachten sie um 700 nach Spanien, wo sie begeistert aufgenommen und zur sogenannten Vihuela weiterentwickelt wurde. Die stark verzierte Vihuela hatte schon einen flachen Boden und fünf bis sieben Saiten aus Tierdarm. Im 17. Jahrhundert entwickelten frühe Gitarrenbauer (z.B. Antonio Stradivari) eine sechssaitige Guitarra – die Barockgitarre, auf der auch das Schlagen von Akkorden möglich war. Die Gitarre, in der Form wie sie auch heute noch gebaut und gespielt wird, wurde im 19. Jahrhundert in Spanien von Antonio de Torres entwickelt. Die Torres-Gitarre hat ein rundes Schall-Loch, eine praktische Schraubmechanik zum Stimmen der Saiten, eine dünne Holzdecke, Zargen und Boden, damit der Klang sich besser entfalten und über das Instrument besser verstärkt werden kann. Der bekannte Gitarrenvirtuose Andres Segovia war für die Entwicklung der stabileren und besser klingenden Nylonsaiten verantwortlich. Und auch Wien hat seinen Platz in der Entwicklung der Gitarre, denn der Gitarrenbauer Johann Georg Staufer schuf die Wiener Gitarre – ein Modell, das heute noch bei manchen Heurigen zum Einsatz kommt.

Die Klassische Konzertgitarre: Seit der Entwicklung von Manuel de Torres um 1850 – bis heute nahezu unverändert.

 

 

Der Blues als Entwicklungsschub für die Gitarre im 20. Jahrhundert

Neben der Klassischen Konzertgitarre haben sich ab dem 19. Jahrhundert – speziell durch die Bluesmusik in den USA – viele andere Gitarrenformen entwickelt. Die Westerngitarre ist bis heute weltweit verbreitet, weil ihr spezieller Bau und die Stahlsaiten ein sehr lautes und klangreiches Spielen erlaubt. Wirklich innovativ und epochal war aber die Erfindung des elektromagnetischen Tonabnehmers (1931 von Adolph Rickenbacher), der die Schwingungen der Stahlsaiten in Wechselspannung umwandelte und über den Verstärker in jede gewünschte Lautstärke brachte. Diesem Prinzip folgend entstand 1936 die erste Gibson-Jazzgitarre, später als „Les Paul“ bekannt – und die legendäre Fender Telecaster, der Klassiker unter allen E-Gitarren. Der amerikanische Gitarren-Pionier Leo Fender nahm 1950 einfach ein Stück massives Holz (solid body), schraubte einen Hals daran und befestigte am Korpus die Tonabnehmer – fertig war der Welterfolg, der mit der 1954 weiterentwickelten Stratocaster prolongiert wurde. Heute werden viele unterschiedliche Varianten von E-Gitarren hergestellt – doch die Bauweisen der Gibson Les Paul für Jazz und der Fender Telecaster für Pop und Rock haben sich am meisten durchgesetzt.

Die Fender-Telecaster: Ein Brett, ein Hals, Stahlsaiten und Tonabnehmer – immer noch eine der beliebtesten und meistverwendeten E-Gitarren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildrechte: Martin Gessoni , favoriten Wien

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