•   Der LifestyleBlog von Gesiba   •

Erdziegel

ERDE –
das Element unter unseren Füßen

Unter den vielen Möglichkeiten, unseren Planeten zu benennen, haben wir Menschen uns ausgerechnet den Namen Erde ausgesucht. Und tatsächlich prägt sie unser Dasein, sie ist Basis und Lebensspender. Wir tauchen also tief in das Element Erde ab – und gehen der Frage nach, wie sie eigentlich entsteht und welche Organismen sich in ihr verbergen. Welche Erdarten gibt es, wofür werden die vieldiskutierten Seltenen Erden gebraucht – und welche Charaktereigenschaften zeichnen den Erde-Typ aus?

Schon im antiken Griechenland überboten sich Philosophen gegenseitig mit Theorien, welches Element das wichtigste, welches Element der Ur-Stoff sein könnte. Einmal war das Wasser, einmal Feuer, einmal Luft – und natürlich auch die Erde. Erst der Naturphilosoph Empedokles entwickelte um 500 v. Chr. ein Konzept, bei dem alle vier Elemente gleichwertig waren und in jeweiligen Mischungen alle vorkommenden Substanzen und Stoffe bildeten.
Später wurden den Elementen einzelne Gottheiten und damit auch spezielle Eigenschaften zugeordnet. Das Element Erde stand für Festigkeit, Starrheit und Beständigkeit. Im 16. Jahrhundert meinte der Alchemist und Arzt Paracelsus, dass jedem Element auch ein Wesen zugeordnet ist. Im Falle der Erde waren das sogenannte Erdgeister – oder auch Gnome. Erst in der Barockzeit, als sich allmählich aus der Alchemie die Chemie entwickelte, entstand eine Ordnung der Elemente und der Aggregatzustände, die bis heute unser Periodensystem der Elemente prägt.

 

Erdige Typen

Neben der Naturwissenschaft beschäftigen sich aber auch die Astrologie, Psychologie und die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) intensiv mit den Elementen und den dazugehörigen Menschen-Typen. Den in den Tierkreiszeichen Stier, Jungfrau und Steinbock Geborenen – den Erd-Typen also – werden die Charaktereigenschaften Disziplin, Beharrlichkeit und Zuverlässigkeit zugeschrieben.
Auch in östlichen Philosophien gelten Erdtypen als ruhige, innerlich gefestigte, beständige, liebevolle, traditionsbewusste und sehr gesellige Menschen. Man vertraut ihnen und ihrer Verlässlichkeit – und schätzt sie als verständige Zuhörer, als Tröster, Analytiker und Berater. Manchmal können sie aufgrund ihrer Wesenszüge auch zum Grübeln, zur Melancholie und zu einer gewissen Stur- und Bequemlichkeit neigen, ihre Gedanken kreisen auch oft um die gleichen Dinge. Wichtig ist für den Erd-Typ daher, immer dynamisch und in Bewegung zu bleiben. Sportliche Aktivitäten sollten in den Alltag integriert werden – glaubt man der TCM, können das auch Qigong, Tai-Chi, Kung Fu oder andere Kampfsportarten sein.

 

Der Erde auf den Grund gehen

Aber zurück zur Erde – und damit zum Boden: Zwischen der sichtbaren Pflanzenwelt und dem tief darunter liegenden Gestein befindet sich der Erdboden. Wie entsteht eigentlich die Schicht unter unseren Füßen, auf der wir uns tagtäglich bewegen? Die Bodenbildung entsteht einerseits durch die Verwitterung von Gestein. Der Wechsel von Wind, Regen, Sonne, Hitze und Kälte zersetzt nach und nach Felsen und Steine in ihre mineralischen Bestandteile. Kalzium, Magnesium, Kalium und Silizium sind wichtige Nährstoffe für kleinste Pflanzenarten, die sich auf diesem Gemenge bilden – sogenannte Pionier-Pflanzen. Die Blätter, Nadeln und Zweige dieser Pflanzen sind nun ihrerseits wieder dem Wetter ausgesetzt, verwittern nach und nach – und werden, beschleunigt durch Mikroorganismen (Bakterien), zu Humus umgewandelt. Man nennt diesen Vorgang auch die Humifizierung. Die immer dicker werdende modrige Humusschicht enthält wichtige Mineral- und Nährstoffe, Phosphor und Stickstoff – eine Mischung, die wiederum Basis für das Leben von zahllosen Pflanzen- und Tierarten ist.

Erde1 

Keine Erde gleicht der anderen

Der feuerrote Ayers Rock in Australien – oder der schwarze Sand in Island und auf Lanzarote: Jeder hat schon Erde gesehen, die rot, schwarz, orange, grau oder gelb ist – und natürlich kommt sie auch in allen Mischtönen vor. Die farbliche Eigenart von Böden entsteht durch klimatische Bedingungen, Ausgangsgestein, Nährstoff- und Wassergehalt. Charakteristisch für alle Bodenarten sind Ton und Sand. Tonerde ist sehr fruchtbar, allerdings sehr kompakt und schwer zu bebauen. Sand hingegen lässt sich leicht bearbeiten – ist aber karg und nährstoffarm. Mischt man beide Erdarten, so entsteht Lehmboden, der, wenn man ihn düngt, den klassischen Ackerboden darstellt. Je nach Ausgangsgestein und Mischungsverhältnissen gibt es viele Arten und Unterarten – zum Beispiel: Kalk- und Kreideböden, Torfboden, Dammerde, Quarzsand, Laub- und Holzerde, Haidenerde, Walderde …
Beim Ayers Rock etwa entsteht die leuchtend rote Farbe durch beigemengtes Eisenoxid (Erz) – die schwarze Farbe bei manchen Sandstränden entwickelt sich aus der Lava von nahen Vulkanen.

 

Das Leben unter unseren Füßen

Der Erdboden ist aber auch Lebensraum für unzählige Tiere und Mikroorganismen – ihnen verdanken wir, dass die Erde feinporig, durchlüftet und somit auch bebaubar wird.Im Boden wimmelt es nur so von kleinen und kleinsten Lebewesen: Allein in einem Erdwürfel mit 10 x 10 x 10 Zentimeter Seitenlänge können sich bis zu 10 Milliarden Bodenorganismen befinden – immerhin mehr als es Menschen auf der Welt gibt. Zur Bodenflora zählen pflanzliche Organismen wie Bakterien, Strahlenpilze, Pilze, Algen und Flechten. Sie sind für die Zersetzungsprozesse der Erde verantwortlich.

Maulwurf

Die Tiere im Boden (Bodenfauna) werden je nach Größe unterschieden:
• Kleiner als 0,2 mm sind Wimperntiere, Geißeltiere, Amöben und kleine Fadenwürmer.
• Kleiner als 2 mm sind Springschwänze, Rädertiere und Milben – größer als 2 mm sind Borstenwürmer, Asseln, Käfer, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen.
• Zu den großen Erdbewohnern (Wirbeltiere, die größer als 20 mm sind) zählen Wühlmäuse, Spitzmäuse und Maulwürfe.

 

Rar aber profitabel: Seltene Erden

In den Wirtschaftsnachrichten hören wir immer von der Lage am Rohölmarkt – aber seit einiger Zeit wird auch über den Weltmarktpreis und neue Fundorte von sogenannten Seltenen Erden berichtet – und das hat seinen guten Grund. Immerhin dienen Seltene Erden vielen modernen Industriezweigen als Rohstoff und wichtiges Basisprodukt für High-Tech-Geräte. Dabei ist der Begriff missverständlich, denn Seltene Erden sind eigentlich Metalle, die allerdings zuerst in sehr selten gefundenen Mineralien entdeckt wurden. Aber der Name ist geblieben und er bezeichnet heute 17 Elemente, die man aus dem Periodensystem kennt: Scandium, Yttrium, Lanthan, Cer, Praseodym, Neodym, Promethium, Samarium, Europium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Holmium, Erbium, Thulium, Ytterbium und Lutetium. Diese Stoffe haben etwas gemein: Sie sind silberfarben, sehr weich, sie sind reaktionsfreudig und wenig leitfähig – aber vor allem sind sie sehr gefragt und immens teuer. Eingesetzt werden Seltenen Erden zum Beispiel in der Elektroindustrie bei Arbeitsspeichern, LCD/LED- und Plasmaschirmen, in Smartphones, Notebooks und bei Hifi-Anlagen. Hersteller von Raketen, Triebwerken, Raumfahrzeugen und Satelliten benötigen Seltene Erden ebenso wie die Solar- und Windkraftindustrie – und die Automobilbranche. Weltmarktführer bei Seltenen Erden war und ist immer noch China. Aber aufgrund der hohen Nachfrage und Preise wird mittlerweile weltweit auch an kleineren Fundorten gewinnbringend abgebaut.
Und hier schließt sich wiederum der Kreis. Denn sowohl seltene Metalle wie auch die Erde, die wir täglich als lebensspendendes Element nutzen, sind natürliche Rohstoffe. Sie reproduzieren sich nicht – oder nur sehr langsam. Je sorgsamerwir mit dem Element Erde umgehen, desto größer sind die Chancen, auch in Zukunft noch davon zu profitieren.

 

Tipps zum Thema:

 

Blumentopferde

IM ÖKO-KREISLAUF
Erde aus der Biotonne
Unter dem Namen „Guter Grund“ verkauft die MA 48 hochwertige Blumen- und Gartenerde, die aus Kompost aus der bekannten Grünen Biotonne hergestellt wird. Säcke zu 18 und 40 Liter für 3,– bzw. 5,– Euro können an allen Mistplätzen in Wien gekauft werden. ÜBRIGENS: Kompost – bis zu einem Kubikmeter – kann ebenfalls
bei fast allen Mistplätzen in Wien gratis abgeholt werden.
Infos unter: www.wien.gv.at/umwelt/ma48/beratung/muelltrennung/biogener-abfall/blumenerde.html


 

 

GUT, SELTEN, SCHÖN
Pflanzentauschbörse
Pflanzen und Samen, die man im Gartenfachmarkt nicht bekommt: Wer sich abseits von Massenprodukten für rare
Pflanzen-Sorten und geschmackvolles Gemüse interessiert, ist bei der 16. Pflanzentauschbörse im Botanischen Garten gut aufgehoben. Zusätzlich kann man hier von dem Wissen echter Experten auch ganz praktisch profitieren.
15.–17. April 2016, 9.30–18.00 Uhr
Botanischer Garten der Universität Wien
1030 Wien, Mechelgasse/Praetoriusgasse
www.botanik.univie.ac.at/hbv/index.php?nav=sv0


 

 

Terracotta

MEDITERRANES FEELING
Terrakotta-Töpfe
Abgesehen davon, dass Blumentöpfe aus gebranntem Ton schwer zu reinigen sind, haben sie einige Vorteile. Sie sind atmungsaktiv, speichern gut Feuchtigkeit, fallen durch ihr Gewicht weniger leicht um und verrutschen kaum (z.B. am Fensterbrett). Vor allem aber bekommen sie durch die Witterung ihre beliebte Patina – und schaffen so ein toskanisch-mediterranes Flair zu Hause.

Lassen Sie sich inspirieren – auf:
www.atelierdessuedens.at
www.terracotta-impruneta.com
www.arte-toscana.de


 

FRISCH GEKOCHT
Die Kräuter-Top-Ten
Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Thymian, Zitronenmelisse, Liebstöckel, Minze, Rosmarin, Salbei, Majoran: Egal, was dem Essen noch fehlt, am besten schmeckts, wenn die Kräuter frisch aus dem eigenen Anbau kommen. Dazu genügt schon ein kleiner Balkon, ein Fensterbrett oder der geeignete Platz am Küchensims. Vorgezogene Kräuter im Töpfchen erhalten Sie im Frühling auf fast allen Wiener Märkten – oder bei der nächsten Gärtnerei. Gießanleitung und Informationen, ob die Kräuter im Schatten oder in der Sonnen stehen sollen, sind zumeist anbei.

Sie verwenden eine veraltete Version von Internet Explorer!

Wir raten Ihnen dringend zu einem kostenlosen Update!

Dadurch surfen Sie schneller und sicherer, erhalten die bestmögliche Darstellung von Websites und können moderne Funktionen nutzen. Aktualisieren Sie am Besten jetzt gleich!

Firefox Chrome Safari Opera Explorer