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3D-Druck und Beton passen perfekt zusammen

DI Georg Grasser, MAS, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für experimentelle Architektur/Abteilung Hochbau der Universität Innsbruck und CEO des Spin-off Start-ups incremental3d. 2012 begannen er und seine Kollegen mit Studenten, im Bereich 3D-Druck zu experimentieren. Mittlerweile arbeitet sein Unternehmen mit dem renommierten Baustoffhersteller Baumit an neuen Methoden und Wegen, 3D-Druckverfahren in Bauprojekte zu integrieren.

Wie sind Sie auf die Kombination Beton und 3D-Druck gekommen?

In unserem Labor an der Universität Innsbruck wurde immer wieder damit experimentiert, Industrieroboter mit verschiedenen Materialien drucken zu lassen. Irgendwann sind wir auf Schnellzement gekommen, was gut funktioniert hat. Dann sind wir Schritt für Schritt weitergegangen, und es wurde immer interessanter.

Was passierte dann?

Wir haben das Potenzial des Feldes erkannt und mit Baumit einen Partner gefunden, der uns mit Material und Maschinen unterstützt. Mittlerweile haben wir immer wieder konkrete Anfragen von Planern, Künstlern und anderen, die mit dem Werkstoff Beton auf diese innovative Art arbeiten wollen.

Welche Produkte bieten Sie an?

Die erste Produktlinie sind gedruckte Design-Gefäße, die wir unter dem Label myPot anbieten. Wir können sehr individuell auf Form- und Farbwünsche eingehen und unser Verfahren, das wir jahrelang entwickelt haben, in einem sehr kreativen und greifbaren Bereich anwenden.

myPot-Serie 2018, 3D-gedruckter Topf aus Beton, schwarz beschichtet | incremental3d GmbH | www.incremental3d.eu | Foto: ©Philipp Horak

 

Wie funktioniert das 3D-Drucken mit Beton genau?

Vereinfacht gesagt: Ein Roboter steuert sehr präzise tausende vorher definierte Druckpunkte an und legt feine Schichten des teigartigen Materials aufeinander. Da ist eine speziell entwickelte Zementmischung. Jedes Gefäß ist nahezu ein Unikat und kann nach den eigenen Vorstellungen entworfen und ausgeführt werden.

Was haben Sie außer diesen Gefäßen noch im Portfolio?

Wir arbeiten sehr intensiv an der Entwicklung von Bauteilen. Der große Vorteil von 3D-gedruckten Elementen ist, dass sie wesentlich leichter sein können. Herkömmliche Betonteile werden ohne Hohlräume gegossen. Bei unseren Teilen können Hohlräume geplant werden. Das spart Material und Gewicht. Unser Ziel ist es, Planer auf diese Dinge aufmerksam zu machen, damit sie 3D-Druckverfahren schon in der ersten Planungsphase mitdenken und nicht erst bei der Ausführung. Die Möglichkeiten sind wirklich faszinierend. Ein völlig neues System im Bauwesen.

Prototyp eines Hockers. Flexibles Flächenmuster im Computer programmiert.

 

Kann man auch ganze Häuser im 3D-Druckverfahren herstellen?

Es gibt Anbieter, die damit experimentieren. Ich sehe das allerdings eher kritisch. Ein Haus ist im Aufbau sehr komplex. Das beginnt beim Fassadenaufbau, geht über die Statik und endet bei der Optik. All das lässt sich mit den aktuell vorhandenen Möglichkeiten nicht einfach ausdrucken. Was sehr wohl möglich ist, ist, einzelne Bauteile aus dem Drucker zu verwenden. Also etwa Fassadenplatten, Stützen oder Treppen.

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft?

Weiter forschen, entdecken und umsetzen. Und möglichst viele Allianzen und Kooperationen zu schmieden. Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, quasi in einer Pionierphase. Wenn wir hier nur jeder für sich im Labor sitzen, kommen wir nicht weiter. Das Feld der Entwickler und auch der Anwender soll möglichst rasch wachsen. Eines steht fest: Beton und 3D-Druck passen perfekt zusammen! 

Präsentation von möglichen Oberflächen und Haptiken im Rahmen der Eröffnung des OFROOM INNOVATION CIRCLE 2017.

 

Incremental3d Gmbh
Erzeugung von Betonwaren
www.incremental3d.eu

Individualisierte Gefäße, die im 3D-Druckverfahren hergestellt werden
www.mypot.at

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